Bilanz nach einem Jahr Ehrenamt

Es ist vollbracht: Über ein Jahr haben wir nun schon unsere Gäste im „Camp Greifenberg“ in der ehemaligen Post bei uns. Eine lange Zeit, in der zunächst nur ein Helferkreis mit nominell 100 Helfern in Aktion trat. Eine Zeit mit viel Arbeit. Unser Paten mussten so manchen Berg von Papieren bezwingen und durften sich durch so manche Sprachbarriere nicht entmutigen lassen.
Eine sehr intensive Zeit, in der es galt, junge und teilweise ob des Erlebten zutiefst verunsicherten Menschen eine Idee deutscher Gastfreundschaft des Begriffs Heimat und ein Zuhause zu geben.
Dieses Zuhause galt es einzurichten,genauso wie Kleidung zu besorgen, Haushaltswaren, Bettwäsche sowie Dinge des täglichen Lebens.

Eine breite Unterstützung bot sich uns durch die katholische Kirche und Pater Regino, der dem Helferkreis einen ehemaligen Jugendraum in der Kirche Maria Immaculata als Anlaufpunkt für eine Kleiderkammer zur Verfügung stellte, wie auch durch die örtlichen Vereine, die uns durch diverse Sammelaktionen unterstützten. All diese Dinge fanden und finden bis heute dankbare Abnehmer. 
Die Kleiderkammer, die mittlerweile dank der Initiative der öffentlichen Organe wie auch durch unseren Bürgermeister Johann Albrecht im Rathaus untergebracht wurde, ist immer wieder ein fester Anlaufpunkt für  unsere Jungs.
Dank der Politik in Greifenberg wurde ein Beschluss des Gemeinderates auf den Weg gebracht, der es uns ermöglichte, den Jungs gebrauchte Fahrräder gegen Abschluss einer Haftpflichtversicherung zur Verfügung stellen zu können. Außerdem wurde uns sogar ein eigenes „Radhäusl“ am Föhrenweg gebaut, in dem wir eine Fahrradwerkstatt und einen Unterstand einrichten konnten.
Außerordentliche Unterstützung erfuhren wir in unserer Arbeit durch die
Greifenberger Bürger, die bislang fast 2500 Euro spendeten. Diese Spenden ermöglichten uns u. a. ein tolles Herbstfest mit internationalem Buffet sowie diverse Anschaffungen, wie z. B. Schrankschlösser, die den Jungs ein bisschen Sicherheit in teilweise engem Raum vermitteln konnten.
Leider wurde unsere ehrenamtliche Arbeit immer wieder durch schlechte
Nachrichten aus den jeweiligen Ursprungsländern, erneuten Kriegsszenarien, ob der Geschehen plötzlich abbrechenden Verbindungen zu Familien oder geschlossenen Botschaften von Krisen geschüttelt – und doch ließ sich der „harte Kern“ der Helfer weder entmutigen noch davon abhalten, weiter zu helfen. Aber es gab auch viele lustige Momente des Zusammenseins mit Paten, Besuchern, Deutschlehrern und Greifenberger
Bürgern mit regelmäßigen Treffen zum Erfahrungsaustausch.
Nicht zuletzt gab es Erfolge: Anerkennungen, an die kaum jemand  geglaubt hatte, erste bestandene Prüfungen der Integrationskurse, erste Anstellungen im Umkreis in Minijobs, vielversprechende Praktika im Ammersee-Gebiet sowie eine erste Wohnung in Greifenberg, eine erste Wohnung in München und eine erste Wohngemeinschaft in Schondorf. Und darauf dürfen alle zu Recht stolz sein, die maßgeblich dazu
beigetragen haben. Ihnen gilt unser Dank. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Mitwirkern und Unterstützern in und um Greifenberg bedanken. Ohne Sie/Euch wäre das alles nicht möglich gewesen.
Außerdem bedanken möchte ich mich bei allen Bewohnern des „Camp Greifenberg“, denn durch Euch und mit Euch haben wir alle viel gelernt, und das bereichert unser Leben in jeder Hinsicht.
Ich persönlich bin außerordentlich dankbar für diese intensive Erfahrung
mit allen Beteiligten, ich durfte tolle Menschen kennen- und schätzen lernen. Dieses Privileg möchte ich nicht missen. Ich hoffe sehr, ich habe jetzt niemanden vergessen zu erwähnen. Falls doch, bitte ich es mir nachzusehen. Bitte zögern Sie nicht, den Kontakt und den Dialog mit uns weiterhin zu suchen. Sie sind jederzeit herzlich willkommen!

Es grüßt Sie herzlich
Nicole Kokossulis
Arbeitskreis Spenden/Kleiderkammer
Helferkreis Greifenberg